Logo_HKFKL_mitText

Hundefeinkostladen

Ratgeber

Katzenfeinkostladen

allergiker-hundefutter-allergikerhund

Allergiker Hundefutter aber auch sortenreines Futter bzw. Futter für Hunde mit Magenproblemen ist ein komplexes Thema, das für die betroffenen Vierbeiner sehr wichtig ist, und ihre Lebensqualität entscheidend verbessern kann.

Industrielles Allergiker Hundefutter

Ist ein Hund krank, egal um welche Krankheit es sich handelt, dann empfiehlt sich eine auf ihn und seine Krankheit angepasste Fütterung. Die Fertigfutterindustrie bietet für fast jede Erkrankung ein eigenes Futter an. Ein passendes Fertigfutter zu finden, welches alles weiteren Faktoren (wie Ausprägung der Erkrankung, Alter sowie persönliche Bedürfnisse des Hundes oder eine Kombination mit anderen Erkrankungen) individuell berücksichtigt, ist schwer bis unmöglich. Bei allergischen Hunden wird daher oft zu einem hypoallergenen Futter geraten.

Allergiker Hundefutter sollte möglichst wenige Bestandteile haben

Fertigfutter, auch hypoallergenes, besteht meistens jedoch aus 10 bis 30 unterschiedlichen Bestandteilen. Wie soll man so herausfinden, worauf der Hund wirklich allergisch reagiert? Auch wenn das Eiweiß in noch so kleine Bestandteile zerlegt wird, so dass es nicht mehr als Eiweiß erkennbar ist (hydrolysiert), kann der Hund auf zig andere Bestandteile des Futters reagieren. Nimmt man als Beispiel ein hypoallergenes Hundefutter eines bekannten Herstellers, dann sieht man, dass dieses Futter aus ca. 10 verschiedenen Nahrungsmitteln und zusätzlich 8 verschiedenen synthetischen Vitaminen und Mineralstoffen besteht.

Ein Fertigfutter als Beispiel im Detail

Zusammensetzung:

Reis, Sojaproteinisolat (hydrolysiert), Tierfett, Lignozellulose, Mineralstoffe, Rübentrockenschnitzel, Geflügelleber (hydrolysiert), Sojaöl, Fischöl,
Fructo-Oligosaccharide, Borretschöl, Tagetesblütenmehl (Quelle für Lutein)
Proteinquellen: Sojaproteinisolat (hydrolysiert), Geflügelleber (hydrolysiert) – Kohlenhydratquelle: Reis.
ZUSATZSTOFFE (PRO KG):
Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: Vitamin A: 27000 IE, Vitamin D3: 800 IE, E1 (Eisen): 41 mg,
E2 (Jod): 3,7 mg, E4 (Kupfer): 15 mg, E5 (Mangan): 54 mg, E6 (Zink): 153 mg, E8 (Selen): 0,26 mg
Technologische Zusatzstoffe: Klinoptilolith sedimentären Ursprungs:   5 g – Konservierungsstoffe – Antioxidanzien.

Analyse:

Zwei Nahrungsmittel sind hydrolysiert (Soja und Geflügelleber, also die Eiweißquellen). Aber auf alle anderen dieser Inhaltsstoffe, wie Reis, Tierfett (von welchem Tier?), Lignozellulose (= Zellwände von getrockneten Pflanzen), Mineralstoffe (welche?), Rübentrockenschnitzel (Abfall aus der Zückerrübenproduktion), Sojaöl, Fischöl (welche Qualität?), Fructo-Oligosaccharide (aus der Wurzel von Chicorée gewonnen, unterdrückt Durchfall), Borretsch Öl (hoher Omega 6 Gehalt, kann zu Entzündungen führen) und Tagetesblütenmehl (für das Immunsystem) könnte der Hund theoretisch allergisch sein oder mit einer Unverträglichkeit reagieren.

Zusatzstoffe als Allergieauslöser

Auch auf Zusatzstoffe kann ein Hund allergisch reagieren. Bei den Konservierungsstoffen ohne nähere Angaben kann es sich um alles Mögliche handeln. Wie z. B. Ameisensäure, Zitronensäure oder Kupferverbindungen oder bei den Antioxidantien um BHA (Butylhydroxyanisol), BHT (Butylhydroxytoluol) oder Propylgallat. Das alles sind Stoffe, die äußerst kritisch zu bewerten sind. BHT z. B. kann sich im Fettgewebe anreichern, zu Veränderungen am Immunsystem, bei der Schilddrüse und Leber führen, gilt auch als krebserregend und allergieauslösend. Allergiker Hundefutter sollte jedenfalls möglichst wenige Bestandteile enthalten.

Die Ausschlussdiät

Wenn ein Hund nachweislich auf Nahrung allergisch oder mit einer Unverträglichkeit reagiert, ist der Gold-Standard, um herauszufinden, worauf er überhaupt reagiert, eine klassische Ausschlussdiät. Bei dieser bekommt der Hund mindestens über 8 bis 12 Wochen eine Eiweißquelle (roh oder gekocht), die er noch nie hatte und die normalerweise gut vertragen wird, wie z.B. Pferd, Ziege oder Kaninchen und von der es idealerweise auch Blut, Fett und Innereien gibt. Dazu gibt es eine Kohlenhydratquelle bzw. Gemüsesorte, die der Hund noch nie hatte. Eine Reinfleischdose (Single Protein Hundefutter) ginge theoretisch auch, dann müsste aber sichergestellt sein, dass wirklich ausschließlich die Fleischquelle in möglichst hochwertiger Form vorhanden ist. Lunge, Herz oder andere, bindegewebsreiche Schlachtabfälle eignen sich nicht so gut, wie hochwertiges Muskelfleisch sowie ein genau abgestimmter Innereienmix. Qualitätsfutter ist für allergische Hunde sehr wichtig.

Konsequent bleiben und keine Ausnahmen machen

Während der Ausschlussdiät dürfen allergische Hunde weder einen Zusatz noch ein Leckerli bekommen, das nicht aus diesen zwei Komponenten besteht, sonst macht die Ausschlussdiät keinen Sinn. Einzige Ausnahme ist dabei eine Kalziumquelle. Gibt es keine verwendbaren Knochen der Eiweißquelle, kann man auch genau berechnetes Kalziumcitrat verwenden, da es kaum allergische Reaktionen drauf gibt.

Buch führen und Listen anlegen

Bis die allergischen Symptome verschwunden sind, kann es, je nach Ausprägung, 3 bis 4 Wochen dauern. Hat man schließlich die 8 bis 12 Wochen durch und dem Hund geht es wieder gut, nimmt man immer nur ein Nahrungsmittel (Fleisch, Gemüse oder Supplement) und gibt das möglichst täglich über 14 Tage. Reagiert der Hund nicht darauf, kommt es auf die Positiv-Liste. Reagiert der Hund drauf, muss man es sofort streichen und auf die Negativ-Liste setzen. Dann muss man den alten Plan füttern, den der Hund verträgt, bis die Symptome wieder abgeklungen sind.

Zeit investieren für nachhaltigen Erfolg

Die Maßnahme ist sehr aufwändig und erfordert eine Menge an Disziplin bei Hund und Halter, ist aber die einzige nachhaltige Möglichkeit, um Symptome auf Dauer nicht zu unterdrücken, sondern herauszufinden, welche Nahrungsmittel der Hund verträgt oder nicht verträgt. Eine Ausschlussdiät kann mehrere Monate dauernd, sollte daher auch nur von erwachsenen Hunden durchgeführt werden. Am Ende hat man jedoch eine Diät, mit der Hund und Halter meist gut leben können und die alles abdeckt.
Empfehlenswert ist es außerdem, die Ausschlussdiät mit eine:r Ernährungsberater:in durchzuführen.

 

Gutes Allergikerfutter für Hunde: